Vortrag – Beziehungsmodelle und Partnerschaften homosexueller Männer und Frauen in der Weimarer Republik

07.06.2016, 19.00 Uhr – LWL-Museum für Kunst und Kultur

Vortragender: Dr. Stefan Micheler, Hamburg
Ort: Auditorium des LWL-Museums für Kunst und Kultur

Die Freundschaftszeitschriften und Freundschaftsverbände gleichgeschlechtlich begehrender Menschen waren in den 1920er Jahren ein neuer Freiraum, homosexuelles Selbstbewusstsein zu entwickeln und Konzepte gleichgeschlechtlichen Begehrens zu entwickeln und zu verbreiten.

Gleichzeitig wurde ein neues Partnerschaftsmodell formuliert, das für heterosexuell begehrende Menschen noch kaum entwickelt oder kaum lebbar war: die gleichberechtigte Partnerschaft unter Gleichaltrigen in Abgrenzung zur bürgerlichen Ehe einerseits und zum Modell Älterer–Jüngerer, zu flüchtigen Bekanntschaften und zu Prostitution andererseits. Man solle, wenn möglich, so schränkten einige ein, monogam leben, zumindest aber serielle Monogamie anstreben. Gegebenenfalls könne man auch gemeinsam in einer Wohnung leben. Die Vorstellung von geschlechterpolaren Rollen analog zu klassischen Rollen in der bürgerlichen Ehe wurde hingegen von den meisten Männern abgelehnt, während für Beziehungen zwischen Frauen das Modell viril-feminin innerhalb der Beziehungen eine wichtige Rolle spielte.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem autonomen Schwulenreferat und dem LWL-Museum, im Rahmen der Ausstellung „Homosexualität_en“.
(http://www.lwl.org/LWL/Kultur/museumkunstkultur/ausstellungen/homosexualitaet_en)