„To Russia With Love“ & „Reaching for the Moon“, Sa 09.11.13

Im Rahmen der 15. Queerstreifen im Cinema & Kurbelkiste präsentiert die MAG Lesben und das Lesbenreferat am Samstag 09.11.2013 folgende Filme:

To Russia With Love, Sa 09.11.13, 16.45 Uhr

Offen queer leben – ist das in Russland unmöglich?

Im Juni 2013 verabschiedete das russische Parlament einen Gesetzesentwurf, der öffentliche Aktionen und Informationsverbreitung über die Gleichwertigkeit homo- und heterosexueller Beziehungen unter Strafe stellt. Dieses Verbot der Propaganda nicht traditioneller sexueller Beziehungen löste international scharfe Kritik und laute Proteste aus, u.a. im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi. LGBTI-Menschenrechtsorganisationen verweisen auf die diskriminierenden Aspekte dieser Gesetzgebung, die neutrale oder positive Darstellung von Homosexualität in Informationsbeiträgen und auf Internetseiten mit hohen Geldstrafen belegt, während homophobe Stimmungen bestärkt und gewaltsame Übergriffe strafrechtlich nicht verfolgt werden.

1992/93 führte Natalja Sharandak Interviews mit Lesben in St. Petersburg, 2012 sprach Lena Kupatz mit lesbischen Petersburginnen. Wir zeigen Ausschnitte aus beiden Dokumentationen über die Situation von Lesben in Russland. Was hat sich in den 20 Jahren seitdem verändert?

Als Gäste sind die Regisseurin Lena Kupatz, ein Mitglied der Städtepartnerschaft Münster-Rjasan sowie Aktivist_innen von Quarteera e.V. eingeladen.

Reaching for the Moon, Sa 09.11.13, 20.30 Uhr

Eine Ménage-à-trois in Brasilien

1951 fehlt es der New Yorker Dichterin Elizabeth Bishop an Inspiration, weshalb sie ihre Freundin Mary in Brasilien besucht. Deren Lebensgefährtin, die Architektin Lota de Macedo Soares, ist zunächst abweisend, fühlt sich aber bald von der schüchternen Elizabeth angezogen. Als sich deren geplante Abreise verzögert, gibt sie Lotas Drängen nach und bleibt schließlich. Marys Eifersucht begegnet Lota, indem sie auf Marys Herzenswunsch, ein Kind zu haben, eingeht. Die Konstellation ist nicht einfach und geht ihrem Ende entgegen, als Lota ihr größtes Werk beginnt, die Gestaltung des Parque do Flamengo in Rio. 1967 kehrt Elizabeth Bishop, die in Brasilien Gedichte geschrieben und dafür den Pulitzer-Preis erhalten hat, nach New York zurück. Eine wahre Geschichte, die vor dem Hintergrund des Militärputsches 1964 spielt.

»Die komplexe Romanze wird mit üppiger und emotionaler Intensität auf die große Leinwand gebracht, was in einem entschlossen melodramatischen Film resultiert, der sich bezaubernd altmodisch anfühlt, wahrend er in seiner lesbischen Liebesdreieck-Geschichte schwelgt.« (Screen Daily)