Di, 2.07., 19Uhr c.t., S09: „Vulva – Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts“


In unserer Kultur wachsen Kinder in dem Glauben auf, dass Jungen ein “herausragendes Symbol” (Freud) haben, nämlich einen Penis, während die Genitalien von Mädchen “nur eine Abwesenheit” (Lacan) bieten. Die Botschaft ist: Wenn du keinen Penis hast, hast du kein “echtes” Genital. Die Vulva wird als Loch, als Lehrstelle und als Fehlen von etwas beschrieben, was unfassbar ist, wenn man sich dieses hochkomplexe Organ anschaut. Sogar der Name, den wir für sie verwenden – Vagina – bezeichnet medizinisch nur das “Loch”, also die Körperöffnung, die das sichtbare weibliche Genital, die Vulva, mit dem Muttermund etc. verbindet. In ihrem Vortrag erzählt Dr. Mithu Sanyal Geschichten aus der Kulturgeschichte der Vulva und stelle die Frage, was anhand des weiblichen Genitals alles verhandelt wurde. Denn die Vulva wurde nicht etwa übersehen, sondern mit gewaltiger Anstrengung zuerst diffamiert und daraufhin verleugnet bis zu der irrigen und irren Auffassung, sie sei nicht der Rede wert.