Vortrag: „Künstlerische Strategien gegen die Heteronormativität – Von der subversiven Kraft in der queeren (Performance)Kunst“, 24.04.2013, 18 Uhr

24.04.2013 18:00 Uhr, Schloss Münster Raum S 055

Das Theater stellt durch den Einzug des Performativen nicht nur das Ereignis- und Prozesshafte aus, sondern fokussiert auch die Materialität des theatralen Zeichens.
Zudem wird die Ordnung der Repräsentation auf der Ebene von Identitäten in Frage gestellt. Diese werden dabei zunehmend als konstruierter Zusammenschluss von Zeichen anerkannt, anstatt im Sinne einer Verkörperung repräsentiert zu werden. Unterschiedliche Strategien des Performativen verweisen dabei nicht nur auf die Konstruktion von Identitäten, sie negieren die Idee eines positivistischen Originals als solches.
Somit hält die ephemere Performance strukturell einen queerer Aspekt inne. Geschlechtsidentitäten scheinen also dazu prädestiniert zu sein mit Hilfe künstlerisch-performativer Strategien dekonstruiert zu werden. Dabei beinhaltet das Infragestellen von Geschlecht immer auch ein Hinterfragen der allgemeinen (kapitalistischen) Verhältnisse und den ihnen innewohnenden Machtstrukturen.

Im Vortrag werden ausgewählte zeitgenössische Künstler_innen und ihre Strategien vorgestellt, um diese mit Hilfe verschiedener theoretischer Ansätze auf ihre subversive Kraft hin zu diskutieren. Wo liegen im Bereich von Gender Chancen und Grenzen der Performance?
Kann diese Kunstform die Normen des Marktes unterlaufen oder befeuert sie diesen?
Worin bestehen im Diskurs über Geschlechtsidentität die Möglichkeiten und Grenzen der Kunst?
Diese und weitere Fragen sollen im Vortrag diskutiert werden.

Thomas Bartling studiert Angewandte Theaterwissenschaft (MA) in Gießen. Zunächst studierte er Theaterpädagogik an der Hochschule Osnabrück und Theaterwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Nebenbei verwirklichte er verschiedene eigene Arbeiten, vornehmlich in den Bereichen Performance und Video. Innerhalb des Studiums arbeitete er unter anderem mit Heiner Goebbels, Antonia Baehr, und Johann Kresnik zusammen